WAS IST KUNST? GUTE FRAGE!

 

 

 

Ich stehe in einer Galerie und bestaune ehrfürchtig – fast ein bißchen neidisch die wundervollen Gemälde berühmter Künstler – nein, so große Werke hab ich noch nicht geschaffen und es stellt sich mir die Frage: ob ich es je schaffen werde? Die Arbeitsgänge, die zur Schaffung so eines Bildes nötig gewesen sein müssen, sind mir ein Rätsel, so viele Details. Das muss Monate gedauert haben, ach was sag ich, Jahre!

 

Da tippt mich mein vorwitziges, mittlerweile etwas gelangweiltes, kleines Töchterchen auf die Schulter und sagt: ‘Boah, is dat häßlich!!! Mama, deine Bilder sind viiiiel schöner…‘

 

Ich bin ein bißchen verlegen und spüre die Blicke der Leute um uns herum und höre mich sagen: ‘Schatz, was sagst du denn da?‘ Doch meine Tochter bleibt bei ihrer Meinung und setzt noch einen drauf: ‘Nee, wirklich, dat sieht doch doof aus, der wußte ja nich ma dat et keene blauen Pferde jibt.‘

 

Für eine Sekunde ist alles still  – doch zu meiner Erleichterung stelle ich fest, dass ein leises Gelächter in der Galerie zu vernehmen ist. Eine ältere Dame nickt mir zu und sagt: ‘Wo das Kind Recht hat…!‘ Den Satz vollendet sie nicht, doch jeder hier im Raum weiß was sie meint.

 

Und ohne es zu beabsichtigen löste diese kleine Bemerkung eine erstaunliche Diskussion aus. Kritischer waren sie, die Leute die eben noch still  und bewundernd vor diesen großen Werken standen und mir fiel sofort ein Märchen ein: Des Kaisers neue Kleider – das passte doch. Ich stellte mir vor, meine Bilder hingen hier in so edlem Ambiente – und tatsächlich – es ist alles eine Frage des Blickwinkels…